Unterwegs in Demmin

Lernen wir uns persönlich kennen, immer nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr in Demmin!

Ich freue mich auf persönliche Begegnungen in den nächsten Tagen. Wir sind in Demmin unterwegs, verteilen Informationsmaterial und kommen mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.

Sie finden uns am Stand Mittwoch bis Freitag zwischen 15 und 18 Uhr hier:

  • Mittwoch, 22.9. am Krankenhaus Ecke Treptower Straße/Adolf-Pompe-Straße,
  • Donnerstag, 23.9. am Luisenplatz,
  • Freitag, 24.9. am Luisenplatz.

Tourismus

Liegt die Zukunft der Region Demmin im Tourismus?

Am 22. Juli luden Johannes Arlt (SPD-Bundestagskandidat) und Anna-Konstanze Schröder (SPD-Landtagskandidatin) mit Frank Junge (MdB) die an Tourismus Interessierten der Region zum Gespräch und Austausch in den Lübecker Speicher ein.


Zu Beginn führte Frank Junge ins Thema ein. Er setzt sich im Tourismusausschuss des Bundestages unter anderem für den Ausbau touristischer Wasserstraßen ein. Er betonte die Bedeutung des Tourismus als Arbeitsfeld, wo genauso viele Arbeitskräfte wie in der Autoindustrie angestellt sind. Etwa 12% des Bruttoinlandprodukts werden durch Tourismus erwirtschaftet, in Mecklenburg-Vorpommern sogar mehr. In der Corona-Krise bekam dieser Wirtschaftssektor allerdings bei Weitem nicht dieselbe Aufmerksamkeit.

Danach kam vor allem das Publikum zu Wort, um akute Herausforderungen anzusprechen: Es fehlen Möglichkeit für die Gäste der Region, die Sehenswürdigkeiten mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Das Radwegenetz ist lückenhaft. In der Gastronomie haben alle Restaurants den selben Ruhetag am Montag. Die Demminer Touristeninformation hat meist dann geschlossen, wenn Touristen sie brauchen. Die Sehenswürdigkeiten sind nicht ausgewiesen, Stadtführungen fehlen. Das Hanseviertel als Freilichtmuseum nutzt das Potential nicht aus. Es gab bisher keinen Austausch zwischen den Akteuren in der Stadt.
Die Gesprächspartner waren froh, dass es nun eine Möglichkeit des Austauschs in der Stadt gab. Auf die gerade ausgeschriebene Stelle für städtisches Tourismusmanagement, die ab Oktober besetzt sein soll, setzen alle große Hoffnungen.


Die Politiker und Kandidierenden über ihre Lösungsvorschläge wie eine Verbesserung der Infrastruktur oder die verstärkte Bereitstellung von Bundesfördermitteln für Tourismus.

Meiner Meinung nach sollten wir in Demmin und Umgebung nun weiter gemeinsam am Thema arbeiten. Lokale Lösungen können für manche Fragen leicht gefunden werden, wie z.B. Absprachen zu Ruhetagen oder z.B. das Angebot zu Stadtführungen. Anderes bedarf sicherlich umfangreicherer Maßnahmen auf Landesebene wie die Verbesserung des ÖPNV. Und manches braucht mehr Mut der Stadtvertreterinnen und -vertreter, wenn es z.B. um die Präsentation der kulturellen Schätze von Demmin geht:

  • Ein Regionalmuseum an diesem historisch wichtigen Ort im Grenzland zwischen Vorpommern und Mecklenburg wird dringend gebraucht.
  • Die Sternwarte braucht eine bessere Würdigung und Nutzung durch die Stadt.
  • Die Halbinsel am Haus Demmin kann getrost ein stadtnaher Ort der Naherholung und Begegnung der Natur überlassen bleiben. Denn Nutzungen wie durch einen Campingplatz wird der Bedeutung des Ortes nicht gerecht, stört die Natur und beraubt der Öffentlichkeit den Zugang zu diesem bedeutenden Ort Pommerscher Geschichte.

Die Stadt hat bereits vieles zu bieten, das vielfach noch ausgebaut werden kann,
wie zum Beispiel:

  • Demminer Bier,
  • Übernachten unter der frisch sanierten Mühle, deren Technik noch besichtigt werden kann,
  • eine Marina für Wasserwanderer,
  • ein Umland mit vielen kulturellen und touristischen Highlights,
  • ein Kino,
  • eine innovative Kulturszene,
  • Handwerksbäcker,
  • eine großartige Natur und Landschaft und Artenvielfalt und
  • vieles mehr.

Eine Fortsetzung des Austausches ist verabredet.
Viele Hoffnungen liegen auf dem neuen Tourismusmanager.

Neun weitere Jahre Weiter-so

Demmin hat gewählt, mit absoluter Mehrheit steht Thomas Witkowski als neuer Bürgermeister fest und damit als CDU-Nachfolger in einer Reihe von CDU-Bürgermeistern nach der Wende. Herzlichen Glückwunsch Herr Witkowski, ob es für die Stadt gut wird, muss sich zeigen.

Die Freude darüber, dass es der Ex-Reichsbürger-Kandidat nicht in die Stichwahl geschafft hat, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für Demmin nichts Neues gibt in den nächsten 9 Jahren. Die Bürgerinnen und Bürger haben ihren neuen Verwaltungschef gewählt, der im Wahlkampf ganz klar auf ein Weiterso und die Nähe zur Bauwirtschaft setzt. Obwohl er bisher bei der Caritas arbeitete, spielten soziale und kulturelle Themen für ihn keine Rolle.

Als bisheriger Fraktionsvorsitzender der CDU, die die Mehrheit in der Bürgerschaft stellt, wird auch weiterhin im Rathaus durchregiert. Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass es der Verwaltung gelingen wird, der Vielfalt in der Stadt gerecht zu werden, ohne wie die Landes-CDU allzu gern am rechten Rand zu fischen. Denn in der Bürgerschaft engagieren sich auch Grüne, Linke und die SPD. Demokratie heißt, alle mit zu nehmen und nicht, die leiseren Stimmen zu übergehen. Wichtig bleibt das Wohl der Stadt, nicht das Rechthaben und bedienen eigener Seilschaften.

Ich persönlich wünsche mir für Demmin ein breiteres Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche und damit verbunden eine bessere Unterstützung der Vereinslandschaft in der Stadt. Anstatt in Haus Demmin wie in ein Fass ohne Boden zu investieren, sollte besser die Innenstadt mit ihrem tatsächlichen Zentrum um den Marienhain und in das Hanseviertel investiert werden, damit die Stadt ihrem Charakter als regionalem Zentrum besser gerecht werden kann. Dazu gehört auch ein tragfähiges Tourismuskonzept anstatt das Hafenviertel irgendwelchen Investoren zu überlassen. Vor allem wünsche ich mir eine Stadtverwaltung, die noch deutlicher eine klare Kante gegen Nationalismus und revanchistische Ideen zeigt.