Kommen wir gemeinsam ins Gespräch

Gesprächs-Café am 16. und 17. Juli in Loitz und Jarmen

Loitz und Jarmen sind die ersten Stationen des Gesprächs-Cafés von Erik von Malottki. Hier gibt es Gelegenheit mit ihm und mir ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich auf den Austausch.

Sie sind herzlich eingeladen zu Kaffee, Tee und Gebäck. Bringen Sie die Themen
mit, die Ihnen unter den Nägeln brennen. Zusammen können wir in entspannter
Atmosphäre auch schwierige politische Themen diskutieren. Demokratie heißt,
zusammen in der offenen Diskussion die beste Lösung zu finden.

Neun weitere Jahre Weiter-so

Demmin hat gewählt, mit absoluter Mehrheit steht Thomas Witkowski als neuer Bürgermeister fest und damit als CDU-Nachfolger in einer Reihe von CDU-Bürgermeistern nach der Wende. Herzlichen Glückwunsch Herr Witkowski, ob es für die Stadt gut wird, muss sich zeigen.

Die Freude darüber, dass es der Ex-Reichsbürger-Kandidat nicht in die Stichwahl geschafft hat, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für Demmin nichts Neues gibt in den nächsten 9 Jahren. Die Bürgerinnen und Bürger haben ihren neuen Verwaltungschef gewählt, der im Wahlkampf ganz klar auf ein Weiterso und die Nähe zur Bauwirtschaft setzt. Obwohl er bisher bei der Caritas arbeitete, spielten soziale und kulturelle Themen für ihn keine Rolle.

Als bisheriger Fraktionsvorsitzender der CDU, die die Mehrheit in der Bürgerschaft stellt, wird auch weiterhin im Rathaus durchregiert. Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass es der Verwaltung gelingen wird, der Vielfalt in der Stadt gerecht zu werden, ohne wie die Landes-CDU allzu gern am rechten Rand zu fischen. Denn in der Bürgerschaft engagieren sich auch Grüne, Linke und die SPD. Demokratie heißt, alle mit zu nehmen und nicht, die leiseren Stimmen zu übergehen. Wichtig bleibt das Wohl der Stadt, nicht das Rechthaben und bedienen eigener Seilschaften.

Ich persönlich wünsche mir für Demmin ein breiteres Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche und damit verbunden eine bessere Unterstützung der Vereinslandschaft in der Stadt. Anstatt in Haus Demmin wie in ein Fass ohne Boden zu investieren, sollte besser die Innenstadt mit ihrem tatsächlichen Zentrum um den Marienhain und in das Hanseviertel investiert werden, damit die Stadt ihrem Charakter als regionalem Zentrum besser gerecht werden kann. Dazu gehört auch ein tragfähiges Tourismuskonzept anstatt das Hafenviertel irgendwelchen Investoren zu überlassen. Vor allem wünsche ich mir eine Stadtverwaltung, die noch deutlicher eine klare Kante gegen Nationalismus und revanchistische Ideen zeigt.

Politik mit der Jugend!

Der Landesjugendring hat zur Gegenwartskonferenz „Right here, right now!“ #RHRN2021 eingeladen. Daran habe ich sehr gern teilgenommen. Mir ist es wichtig zu erfahren, was sich die junge Generation von der Politik wünscht. Ich habe mich für den Thementisch Vielfalt gemeldet (Bildung, Zukunft, Klima und ein freies Thema standen noch zur Auswahl) und wurde überrascht, dass den jungen Leuten dabei zum Teil andere Themen vorschweben als mir. Aber genau deswegen habe ich ja mitgemacht, um mehr zu erfahren. Den Auftrag der Jugendlichen, das Thema „Kostenlose Menstruationsprodukte“ in die Debatten der SPD einzubringen, nehme ich gern auf. Denn hier spielt auch das Thema soziale Gerechtigkeit eine zentrale Rolle.

Einladeflyer zur Gegenwartskonferenz „Right here, right now 2021“ des Landesjugendrings MV

Beim Thema Vielfalt denke ich zuerst an unterschiedliche Lebensentwürfe in Stadt und Land, verschiedene Herkünfte aus Ost, West und der Welt, Diskriminierung und Inklusion. Vor allem finde ich spannend, bei der Förderung der regionalen Kultur eben die Vielfalt zu beachten. Im Kongress sprach ein Teilnehmer aus dem Thementisch Zukunft davon, dass er sich wünscht, dass auch im ländlichen Raum die Vielfalt der Vereine sicher finanziert wird und nicht auf bürokratische Förderprojekte verwiesen wird, dass es eben mehr gibt als Feuerwehr und Fußballverein. Dafür setze ich mich gern auch ein, denn das Problem sehe ich in meiner derzeitigen Arbeit im Heimatverband MV auch.

Im Thementisch Vielfalt ging es allerdings um mehr:

  • um das Thema sexualisierte Gewalt, das in alle Lehrpläne ab 2023 eingeschrieben werden soll,
  • um einen inklusiven Sexualkundeunterricht und verbindliche Workshops zur Fortbildung in dem Thema für Lehrpersonen und weitere
  • die Forderung nach einem Aktionsplan Rassismus und Weiterbildungsangeboten bzw. besseren Angeboten an Psychotherapie für Opfer von Gewalt
  • die Erlaubnis für Ärzt*innen, über ihr Angebot von Schwangerschaftsabbrüchen zu informieren,
  • die Möglichkeit der Krankmeldung für menstruierende Menschen sowie die kostenlose Bereitstellung von Menstruationsprodukten und
  • Veröffentlichung von Gesetzestexten und leichter Prache und Umsetzung der Europäischen Behindertenrechtskonvention über den öffentlichen Sektor hinaus.

Einen Aktionsplan Rassismus im Sinne von Ausländerfeindlichkeit gibt es im Land nicht unter dem Namen, aber wohl ein Landesprogramm „Demokratie und Toleranz“ unter dem Dach der Landeszentrale für Politische Bildung. Inwiefern darin einfach vorhandene Strukturen zusammengefasst und gesichert werden oder zusätzliche Maßnahmen abrufbar sind, müssen weitere Recherchen klären. Den Jugendlichen war das Programm nicht bekannt, es ist wohl nicht sehr sichtbar.

Zu den Menstruationsprodukten ist zu sagen, dass es aufgrund einer Petition einen Bundestagsbeschluss gibt, dass die Steuern für diese Produkte des alltäglichen Gebrauchs ab 1. Januar 2020 von 19% auf 7% gesenkt wurden und diese Kostenersparnis tatsächlich an die Kund*innen weitergegeben wurde. Das gilt allerdings nicht für Slipeinlagen. Damit können zumindest die Lebensausgaben von bisher rund 20 000 Euro pro menstruierender Person etwas gesenkt werden. Wie die Ausgaben dafür in der Gesellschaft fair verteilt werden können z.B. durch eine kostenlose Abgabe, muss genau ermittelt werden. Die Standard-Ablehnungs-Begründung vonseiten der Konservativen „Wer soll das bezahlen?“ klingt mir schon im Ohr. Es ist meiner Meinung nach eine berechtigte Forderung.

Weitere Themen waren vor allem die Sicherstellung der Mobilität ohne PKW auch im ländlichen Raum im Sinne einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung (CO2-neutral) und die flächendeckende Sicherung von Bildung im Bereich Schule, Ausbildung und Universität im Land, welche es den Jugendlichen ermöglicht, im Land zu bleiben. Auch die Wiedervernässung der Moore, ökologische Landwirtschaft, Ausbau der Radwege, Finanzierung der Ausbildung unabhängig vom Elternhaus und eine Behebung des Lehrermangels bewegte die jungen Leute.

Screenshot von der Abschiedsrunde der Gegenwartstagung

Herzlichen Dank für die Einladung. Und jetzt freue ich mich noch auf das Abendprogramm mit der Hinderlandgang. Die Demminer machen entspannten Rap, der das Lebensgefühl in der Kleinstadt trifft.

Herzlichen Glückwunsch zum Frauentag!

Ich danke für alle Glückwünsche und die guten Gespräche am Wochenende. In Vorpommern haben wir Frauentagsgrüße verteilt. Dabei sind wir vielen freundlichen und engagierten Frauen und Männern begegnet.


Als Clara Zetkin vor 110 Jahren den ersten Frauentag angezettelt hat, ging es noch um das Frauenwahlrecht.
Jetzt geht es um Gleichberechtigung und Gleichstellung in Familie, Beruf und Alltag.
Das fängt schon bei vielen Sätzen an, die sich Männer niemals anhören müssen.

Dabei sind es gerade die Frauen, die oftmals „den Laden zusammenhalten“.

Darum herzlichen Glückwunsch Mecklenburg-Vorpommern für Deine Frauen, die sich trotz Diskriminierung nicht unterkriegen lassen!

SPD-Bundestagskandidaten in meinem Wahlkreis

Der Wahlkreis 13 liegt nicht nur in den beiden Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sondern auch in den beiden Bundestagswahlkreisen 16 und 17. Am Samstag, den 27. Februar 2021, wurden in digitalen Wahlkreiskonferenzen die Bundestagskandidaten vorgewählt, eine darauf folgende schriftliche Abstimmung ist entscheidend. Bei der Online-Abstimmung wurde Erik von Malottki im Bereich des Landkreises Vorpommern-Greifswald aufgestellt und Johannes Arlt konnte einen klaren Vorsprung gegenüber seinem Gegenkandidaten Thomas Salzmann verzeichnen.

Mit Erik von Malottki im östlichen Teil meines Wahlkreises kämpfe ich gemeinsam um Stimmen für die SPD. Wir setzen uns gemeinsam für gute Bildung, faire Löhne und eine bürgernahe Politik ein.

Mit Johannes Arlt im westlichen Teil meines Wahlkreises kämpfe ich gemeinsam darum Heimat sozialdemokratisch zu füllen, Tourismus zu fördern und den Infrastrukturausbau voranzubringen.

Herzlichen Glückwunsch Erik und Johannes, und auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

Fastenzeit

In der Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern mache ich mit bei der Fastenaktion der evangelischen Kirche. Fasten heißt da, Kopf und Herz gen Himmel richten und einen neuen Blickwinkel für den Alltag gewinnen. In diesem Jahr geht es darum, den Sand im Alltags-Getriebe zu entfernen – fast eine politische Aufgabe. Denn auch im Landtag werden mit Beschlüssen die Gesetze an die Lebenssituation der Bürger angepasst zum Wohle der Gesellschaft. Da streitet man, was das bessere der Gesellschaft ist, damit ein Kompromiss für möglichst viele gefunden wird. In der Fastenzeit kann jede/r bei sich selbst schonmal anfangen.

Politik heißt: Alle reden mit

Oft hat man den Eindruck, „die da oben“ entscheiden einfach so, ohne für die Bürger zu fragen. Fast immer haben Entscheidungen in Parlamenten aber einen langen Vorlauf, bei dem Bürger ihre Position einbringen könnten. Oft gehen Anregungen zu neuen Entscheidungen aus von denjenigen, die es betrifft. Dabei ist es durchaus die Verantwortung der gewählten Politiker, die Öffentlichkeit und insbesondere die Interessengruppen über anstehende Entscheidungen zu informieren und selbst Informationen über die unterschiedlichen Standpunkte einzuholen.

Für die Zukunftsstrategie 2030 in Mecklenburg-Vorpommern sind alle Bürger aufgefordert, sich einzubringen: Wie soll Mecklenburg-Vorpommern in 10 Jahren aussehen? Auf der Webseite MV 2030 Mitdenken sind alle Bürger eingeladen, ihre Meinung zu sagen. Bisher haben 269 Einwohner mitgemacht. Diese Antworten werden ausgewertet. Ab dem 8. Februar gibt für den nächsten Schritt die Möglichkeit, sich einzubringen.

Die bisherigen Antworten kann jeder einsehen und kommentieren. Ich habe sehr viele Positionen gefunden, denen ich absolut zustimmen würde, wie zum Beispiel ein flächendeckender öffentlicher Nahverkehr und regionale Wertschöpfung in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie. Über andere Positionen habe ich mich geärgert, wie zum Beispiel die Forderung nach einer Wiedervernässung aller Moorgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Ich halte das für eine gutgemeinte akademische Idee, aber als eine viel zu eindimensionale Lösung für die CO2-Reduktion. Viele Themen sind wenig eingebracht, wie z.B. Kultur, Bildung und Wirtschaftspolitik.
Meinen Beitrag können Sie unten nachlesen.

In der Zwischenzeit tagt der Zukunftsrat mit 49 engagierten Persönlichkeiten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern. Die Vereine und Verbände werden zu Ihren Vorstellungen befragt und auch die Bürger können sich weiter einbringen. Machen Sie mit, denn „die da oben“ fordern uns alle jetzt dazu auf. Nur so können sie auch von den Perspektiven möglichst vieler Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und vor allem auch von uns in Demmin und Dargun und den Ämtern Peenetal-Loitz, Jarmen-Tutow und Demminer Land erfahren.

So stelle ich mir persönlich
ein besseres Mecklenburg-Vorpommern
im Jahr 2030 vor:

Wirtschaftsförderung wird sich auf den Mittelstand und jene Firmen konzentrieren, die in MV Gewerbesteuern zahlen und sich verantwortungsbewusst für die Gegenwart und Zukunft des Landes verhalten. Dazu gehören flächendeckende Tarifverträge und die Abschaffung von Leiharbeit im Handwerk (aber nicht nur dort) und die Einhaltung der Landesgesetze, z.B. im Umweltschutz. Die in MV gewachsenen Nahrungsmittel werden im Land verarbeitet, sodass möglichst viel Wertschöpfung auch hierbleibt. Touristen und Einwohner finden im ganzen Land Rad- und naturnahe Wanderwege zu den lokalen Schätzen im ländlichen Raum wie geöffneten Dorfkirchen, Bauernhäusern, Gutshäusern, Naturschätzen, soziokulturellen Zentren und natürlich zu regionalen Produkten. Alle Wege sind frei nutzbar unabhängig vom Besitzer. An jedem(!) Ort im Land kommt man ins Internet. Kulturlandschaft wird als menschengemachte Landschaft akzeptiert und Umweltschutz in Zusammenhang mit zeitgemäßer Landnutzung gedacht. Der Ausverkauf des Ackerlandes wurde gestoppt, Bestimmungen zum Erosionsschutz und kleinteiligeren Strukturen werden durchgesetzt. Einzelgehöfte als Teil der regionalen Kulturlandschaft sind flächendeckend an Strom-, Wasser- und Internetleitungen angeschlossen.

Alle Schüler werden von bestens ausgebildeten Lehrpersonen und begabten, fortgebildeten Quereinsteigern unterrichtet, sodass es keinen Unterrichtsausfall mehr gibt. Museen, Kunststätten, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe sowie Orte in der Natur sind normale Lernorte, die von allen Schülern per kostenlosem ÖPNV und Fahrrad erreicht werden können. Museen in Städten und Dörfern werden als Bildungsorte gleichermaßen gut gefördert. Volkshochschulen als Orte des lebenslangen Lernens werden immer bedeutsamer und wichtige regionale Treffpunkte. An den Universitäten werden Professoren aus der Region trotz Hausberufung bei gleicher Eignung bevorzugt, die inneruniversitären Machtunterschiede zwischen Lehrstuhlinhabern und anderen Statusgruppen werden abgeschafft. Es gibt (wieder) einen Lehrstuhl für Volkskunde und jeweils einen für Landesgeschichte in Greifswald und Rostock. Die Hochschulen vernetzen sich weiter praxisnah in die Region.

Den kulturpolitischen Leitlinien folgend wird Kultur als Querschnittsaufgabe wahrgenommen und gefördert, insbesondere kommt der ehrenamtlichen Pflege regionaler Traditionen, dem Handwerk und der „Volkskunst“ (wie Laientheatern, trad. und modernen Tanzgruppen, Blaskapellen, Textilkunst etc.) sowie der Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch im Erwachsenenalter eine gleichwertige Förderung wie der Hochkultur zu, und auch der schulischen Bildung in diesem Bereich. Dazu gehören auch alle Erfahrungen von Menschen aus anderen Regionen Deutschlands und der Welt. Auch hier muss ehrenamtliches Engagement mit hauptamtlichem unterstützt werden – das aber strategisch und koordiniert mit den verschiedenen Akteuren im Gespräch. Stiftungen jedoch bleiben der Zivilgesellschaft als Förderinstrument vorbehalten, das Land fördert direkt durch Fördermittel. Jede Stadt und Gemeinde hat eine Erhaltungssatzung, nach der unter anderem historische Bausubstanz vor Neubau erhalten werden muss. Leuchtturmprojekte wie das Archäologische Landesmuseum werden als zentrale Anlaufstelle und Unterstützungsstruktur für die anderen archäologischen Institutionen und Museen mit archäologischen Objekten in der Fläche und die Heimatengagierten aufgebaut, sodass so ein Leuchtturm auch für das Leuchten konzipiert wird statt für sich selbst (und die Touristen), 2030 sollte es für den Publikumsverkehr und als Zentrum der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger eröffnet sein. Kultur ist zur kommunalen Pflichtaufgabe geworden.

Was sehen Sie anders? Was fehlt? Wo stimmen Sie zu?
Rufen Sie mich gern an
und sprechen wir darüber,
was Ihnen wichtig ist.

Heute klag ich, morgen verteil ich, übermorgen…?

Wir müssen über die Verteilung der Finanzen zwischen Gemeinden, Kreisen, Land und auch Bund reden! Es darf nicht sein, dass sich Politiker mit Sonderfördermitteln profilieren, wo besser vor Ort über ihre Verwendung entschieden wird. Die Bürger vor Ort müssen mehr finanzielle Handlungs- und Entscheidungsspielräume bekommen – unabhängig von Förderprogrammen und aufwendigen Fördermittelabrechnungen.

Vor wenigen Tagen ging es durch die Presse, dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit seiner CDU-Mehrheit das Land auf mehr Mittel für die Finanzierung der Kindertagesstätten verklagt. Geld würde fehlen. Dieselbe Truppe meldet heute, dass ein Betrag in dieser Höhe als Sondermittel für ausgewählte Feuerwehren im Landkreis zur Verfügung steht. Mehr Doppelmoral geht nicht. Denn Feuerwehren sind kommunale Aufgabe. Dieselben Leute, die den Kommunen durch eine hohe Kreisumlage nicht ausreichende Mittel für ihre Feuerwehren zukommen lassen, werfen das nun dem Land vor? Viele von ihnen sind selbst Landespolitiker. Auf Landesebene ist die CDU für die kommunalen Angelegenheiten zuständig.

Jede Feuerwehr und jede KiTa muss bestmöglich ausgestattet sein. Denn alle Kinder sollen unter den besten Bedingungen aufwachsen. Und wir alle wollen im Brand- und Unglücksfall gerettet werden. Nur das zu benutzen, um eine verfehlte Finanzpolitik aufkosten der Schwächsten und Engagierten auszutragen ist verlogen! Am Ende geht es nur darum, die eigenen Netzwerke zu stärken und die Wahl im nächsten Jahr ins Trockene zu bringen. Wir müssen endlich offen über die Finanzierung von Kommunen, Kreisen, Land und Bund sprechen. Wofür wird in Ihrer Gemeinde das Geld ausgegeben? Was fehlt?
Demokratie ist ein Recht, das persönliches Engagement ermöglicht und erfordert.

Bild: Anne Anderson, Rumpelstiltskin, Wikipedia, public domain

Zwischenstand: Gemeinnützigkeit von Vereinen

Wie ging es weiter mit der Gemeinnützigkeit von Vereinen, die sich politisch für ihre Ziele und in der Demokratiebildung engagieren?
Vieles bleibt weiter unklar, weiter kann politisch aktiven Vereinen, die sich für ihre Interessen offen einsetzen, die Gemeinnützigkeit je nach Ermessen entzogen werden. Immerhin gibt es einige Verbesserungen im Bereich der Freibeträge für die Engagierten.
Lothar Binding, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag und Michael Schrodi, zuständiger Berichterstatter, erläutern zu den Beschlüssen des Bundestages.

Hintergrund: Mit dem Jahressteuergesetz sollte eine gesetzliche Klarstellung zum politischen Engagement gemeinnütziger Organisationen vorgenommen werden. Dies ist an CDU und CSU gescheitert. Trotzdem bringt das Jahressteuergesetz ein ganzes Bündel wichtiger Verbesserungen im Bereich der Gemeinnützigkeit. „Gemeinnützige Organisationen sollen sich in politische Entscheidungsprozesse für ihre Zielsetzungen einbringen können. Viele Vereine und Organisationen der Zivilgesellschaft sind nach dem Urteil zu attac verunsichert, ob und wie weit sie sich politisch engagieren dürfen. Die SPD-Bundestagsfraktion setzte sich deshalb im Jahressteuergesetz dafür ein, dass sich gemeinnützige Organisationen für ihre satzungsmäßigen Zweck politisch betätigen können, ohne ihre Steuerbegünstigung zu gefährden.

Diese gesetzliche Klarstellung der bisher lediglich in Verwaltungsvorschriften geregelten Rechtslage war mit der CDU und CSU jedoch nicht machbar. Es ist für uns völlig unverständlich, weshalb unser Koalitionspartner in dieser Frage zu keinerlei Kompromissen bereit war. Gerade in Zeiten, in denen wir eine starke demokratische Zivilgesellschaft brauchen, ist Rechtsklarheit für gemeinnützige Organisationen unverzichtbar.

Das Jahressteuergesetz enthält viele wichtige und notwendige Verbesserungen im Bereich der Gemeinnützigkeit. Wir entlasten ehrenamtlich Tätige durch eine Anhebung der Übungsleiterpauschale auf 3.000 Euro und der Ehrenamtspauschale auf 840 Euro.

Für Vereine führen wir eine ganze Reihe von Vereinfachungen ein. Die Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis für Spenden und Mitgliedsbeiträge bei der Steuererklärung heben wir von 200 Euro auf 300 Euro an. Wir streichen die starren gesetzlichen Zeitvorgaben bei der Mittelverwendung werden für kleine steuerbegünstigte Körperschaften. Die Freigrenze, bis zu der gemeinnützige Vereine Einnahmen aus einer wirtschaftlichen Tätigkeit steuerfrei erzielen können, erhöhen wir von 35.000 Euro auf
45.000 Euro
.

Das Spektrum der anerkannten gemeinnützigen Zwecke erweitern wir unter anderem um „Klimaschutz“, „Freifunk“. Künftig können auch Zweckbetriebe zur Unterbringung, Versorgung, Verpflegung und Betreuung von Flüchtlingen eingerichtet werden.

Wir unternehmen wichtige Schritte zu einer Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts. Dazu führen wir ein Zuwendungsempfängerregisters ein, so dass in Zukunft Bürgerinnen und Bürger rechtssicher und transparent nachprüfen können, welche Organisationen als gemeinnützig anerkannt sind. Künftig sind Holdingstrukturen auch im so genannten Dritten Sektor möglich.“
Pressemeldung vom 4.12.2020

Recht auf Reparierbarkeit!

Es klingt schräg, dass für die Reparaturierbarkeit ein Gesetz nötig ist. Allerdings sorgt eine Wirtschaft, die von wachsenden Gewinnen abhängig ist, mit Wegwerfprodukten selbst für Wachstum. Solche Produkte haben eine schlechte Qualität und sind mit Teilen ausgestattet, die eine Reparatur unmöglich machen. Das muss nicht so bleiben.

Meine guten Winterschuhe waren dann doch zu teuer, der Schuster hat sie schnell und preiswert mit einer frischen Naht wieder wasserdicht gemacht.

Was haben Sie zuletzt repariert oder reparieren lassen?

Abhilfe naht: am 1. März 2021 tritt das Recht auf Reparierbarkeit in der EU inkraft. Dann wird z.B. auf Elektrogeräten gekennzeichnet, wie gut sie reparierbar sind. Die Industrie freut sich nicht, aber wir Bürger können sehen, wer uns wirkliche Qualität anbietet. Und für die Umwelt ist es auch gut: weniger Sondermüll entsteht durch längere Nutzbarkeit der allzu giftigen Geräte. Weniger giftige Rohstoffe werden gebraucht.

Advent ist eine Zeit zum Vorfreuen und auf dieses Gesetz freue ich mich sehr.

Da fällt mir ein: Unsere Adventsplätzchen zuhause machen wir immer mit dem(!) langlebigen Gerät schlecht hin, dem Mixer RG 28. Im Technikunterricht in der Schule haben wir ihn auseinander gebaut und zusammengesetzt. Den kann jeder reparieren – nur geht er ja nie kaputt. Im Deutschlandfunk berichten die Journalisten Dieter Jandt und Ulrich Land ausführlich über die neue Reparaturbewegung, der vor allem auch ältere Menschen angehören. Sie sind diejenigen, die für die Jüngeren ihre Elektrogeräte in Reparaturcafés wieder flott machen oder zeigen, wie man Strümpfe stopft und Knöpfe annäht.
Den ganzen Beitrag können Sie unter diesem LINK nachhören.

Bild: Handrühr- und Mixgerät „AKA electric RG28s“, VEB Elektrogerätewerk Suhl, DDR, Wikipedia, CC BY-SA 3.0 de,